"Wenn man ein Kind von Emigranten oder Staatenlosen ist, hat man nur einen Wunsch: Die Wurzeln, die aus der Heimat gerissen wurden, in die Erde zu pflanzen, auf die es uns verschlagen hat, und hier zu neuer Blüte zu bringen. Auf neuem Boden gedeihen, ohne die eigene Kultur und Vergangenheit zu leugnen - das nenne ich Integration."

Charles Aznavour

Pressemitteilung Marcel Emmerich: Politisch gewollte
Integrationsverweigerung: Beim Austausch zum Zulassungsstopp für Sprach-und Integrationskurse wird Unverständnis über Kurs des Innenministeriums deutlich

Ulm, 23. Februar 2026 
Der Zulassungsstopp für die Teilnahme an Sprach- und Integrationskursen
stellt Ulmer Träger vor große Probleme: Das ist bei einem Austausch mit dem
Grünen-Bundestagsabgeordneten und innenpolitischen Sprecher Marcel Emmerich
deutlich geworden. Der Kursanbieter Profil Kolleg und die vh Ulm, die
Migrationsberatungen der Caritas Ulm-Biberach und der Awo Ulm sowie der
Flüchtlingsrat Ulm/ Alb-Donau hatten Emmerich zum Gespräch eingeladen. Denn:
Dieses Thema können wir nicht alleine lösen, sagte Regina Domin,
Organisation und Leitung Profil Kolleg, und bat Emmerich um politische
Unterstützung.
Die Situation schilderte Stefanie Spohr, Fachbereichsleiterin für Deutsch
als Fremdsprache an der Ulmer Volkshochschule, folgendermaßen: Bereits seit
Dezember seien Anträge auf eine Förderung von Sprach- und Integrationskursen
nicht bearbeitet worden  und nun, nachdem in einem Träger-Rundschreiben des
Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) der Zulassungsstopp unter
anderem für Geduldete, Ukrainerinnen und EU-Bürger kommuniziert wurde,
bekämen die Menschen reihenweise Ablehnungsbescheide: Mit der Begründung, es
gäbe keine Plätze. Dabei hatten sie schon einen Platz im Kurs.
Das Unverständnis sei groß: Sowohl bei den Trägern, die unter anderem
fürchten, dass Lehrkräfte sich wegen der Streichungen beruflich
umorientieren, als auch bei den Integrationswilligen, die sich um einen Kurs
bemühen. Das sind Leute, die nach einem Acht-Stunden-Arbeitstag bereit
sind, sich noch vier Stunden in einen Sprachkurs zu setzen, schilderte
Domin: Und denen schlagen wir die Tür vor der Nase zu.
Ohne den Zuschuss des BAMF seien die Kurse für viele Menschen nicht mehr
bezahlbar, erklärte auch Jasmin Hopp, Migrationsberaterin bei der Awo, und
nannte als Beispiel EU-Bürgerinnen und Bürger, die oft schon seit mehreren
Jahren in prekären Jobs beschäftigt waren und nach dem Verlust der
Arbeitsstelle von der Arbeitsagentur die Auflage bekommen, einen Sprachkurs
zu machen. Mit der neuen Regelung bekommen sie keinen Zuschuss mehr wohl
aber Arbeitslosengeld. Eine absurde Situation, die auch die Gefahr der
Bildung von Parallelgesellschaften verstärke, fanden die Vertreter*innen der
Träger und Stellen im Gespräch mit Emmerich.
Als weiteres Beispiel nannten sie Frauen, die nach der Ankunft in
Deutschland einen Integrationskurs anfangen. Wenn sie diesen zum Beispiel
wegen einer Schwangerschaft und Kindererziehung unterbrechen müssten,
bekämen sie nun absehbar keine Chance mehr das Versäumte nachzuholen. Dabei
sei das auch für die Kinder wichtig, sagte Claudia Werner, die bei Profil
Kolleg die Integrationskurse betreut: Sie habe schon oft von Frauen gehört,
dass sie nach Abschluss des Kurses  der mit Sprachniveau B1 endet - endlich
nicht mehr ihre Kinder zum Dolmetschen mitnehmen müssten, wenn sie Termine
beim Arzt oder einer Behörde haben. Außerdem dienten die 700 gemeinsamen
Kursstunden weit mehr als dem Spracherwerb. Die Gruppen wachsen zusammen
das gemeinsame Lernen lasse die Teilnehmenden die anfängliche Skepsis und
oft sogar große Konfliktlinien überwinden. Zu den Integrationskursen gehören
auch Einheiten zu deutschem Recht, Geschichte und Werten.
Marcel Emmerich fasste die Situation als politisch gewollte
Integrationsverweigerung zusammen  ein weiteres Signal im Abschottungskurs
von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Er ließ auch die Vermutung, hier
solle auf dem Rücken von Integrationswilligen Geld gespart werden, nicht
gelten: Im Haushalt für 2026 sei das Geld für die Kurse eingestellt, das
Bundesinnenministerium habe durch Sondervermögen sogar zusätzlichen
Spielraum. Der Zulassungsstopp werde sich auch auf die Kommunen auswirken,
die die Kosten für Integration und oft auch den finanziellen Ausgleich für
Volkshochschulen tragen müssten. Emmerich sagte zu, das Thema in den
Innenausschuss mitzunehmen. Aus seiner Sicht müsse gelten: Wo Leute sich
integrieren wollen, sollte es auch möglich gemacht werden.

Auf dem Foto sind zu sehen (von links nach rechts): Jasmin Hopp (Fachbereich Migration, AWO Kreisverband Ulm e. V.), Stefanie Spohr (Fachbereichsleiterin DaF, Ulmer Volkshochschule), Alexandra Specht (Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte, Caritas Ulm-Biberach), Regina Domin (Organisation & Leitung Profil Kolleg), Marcel Emmerich (MdB, innenpolitischer Sprecher), Wolfgang Erler (Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donau-Kreis e.V.), Claudia Werner (Sprach- und Integrationskursbeauftragte Profilkolleg) Bildhinweis: Büro Marcel Emmerich
Auf dem Foto sind zu sehen (von links nach rechts): Jasmin Hopp (Fachbereich Migration, AWO Kreisverband Ulm e. V.), Stefanie Spohr (Fachbereichsleiterin DaF, Ulmer Volkshochschule), Alexandra Specht (Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte, Caritas Ulm-Biberach), Regina Domin (Organisation & Leitung Profil Kolleg), Marcel Emmerich (MdB, innenpolitischer Sprecher), Wolfgang Erler (Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donau-Kreis e.V.), Claudia Werner (Sprach- und Integrationskursbeauftragte Profilkolleg) Bildhinweis: Büro Marcel Emmerich

FORUM ASYL & MENSCHENRECHTE 

Zwischen Ankommen & Abschieben

Am 19. Februar 2026 fand in der Diakonie Ulm eine Diskussionsveranstaltung mit Kandidierenden zur Landtagswahl statt. Unter dem Titel "Zwischen Ankommen & Abschieben" wurden zentrale Fragen zur Asyl- und Menschenrechtspolitik diskutiert.

An der Runde beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter von FDP, CDU, Grünen, Die Linke und SPD. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donau-Kreis e. V. und der Diakonie Ulm. Sie bot einen offenen Austausch über Verantwortung, Integration und die Zukunft der Flüchtlingspolitik.



Die Rolle der Migration für die Politisierung und Polarisierung der Gesellschaft

Am Dienstag, den 10. Februar 2026, lud der Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donau-Kreis e. V. in Kooperation mit der Ulmer Volkshochschule zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ins EinsteinHaus  ein.

Zu Gast war Prof. Dr. Wolfgang Schroeder (Universität Kassel), renommierter Politikwissenschaftler. In seinem Vortrag beleuchtete er die Frage, welche Rolle Migration in der zunehmenden Politisierung und Polarisierung unserer Gesellschaft spielt.

Die Migrationsdebatte werde häufig emotional geführt und bewege sich nicht selten zwischen Zuspitzung und Vereinfachung. Prof. Dr. Schroeder analysierte, warum Migration zu einem zentralen politischen Konfliktfeld geworden sei, welche gesellschaftlichen Dynamiken dabei wirkten und weshalb einfache Antworten oft zu kurz griffen. Dabei ging es auch um die Frage, wie eine demokratische Gesellschaft mit Spannungen umgehen könne, ohne den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gefährden.

Im Anschluss an den Vortrag bestand Gelegenheit zur Diskussion. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und bot Raum für einen sachlichen und differenzierten Austausch.

10 Jahre Asylcafé Ulm – Jubiläumsfeier mit rund 100 Gästen

Mit einer feierlichen Veranstaltung im Haus der Begegnung hat das Asylcafé Ulm am Freitag, 30. Januar 2026, sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 100 Gäste folgten der Einladung und würdigten damit ein Jahrzehnt Engagement, Begegnung und gelebter Integration in Ulm.

Nach der Begrüßung eröffnete Bürgermeisterin Iris Mann den Abend mit einem Grußwort. Sie betonte die wichtige Rolle des Asylcafés als Ort der Begegnung und des Austauschs in der Stadtgesellschaft. Seit zehn Jahren leiste das Projekt einen wertvollen Beitrag zum Miteinander und zur Unterstützung von Geflüchteten in Ulm.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends waren die Berichte über gelungene Integrationsbeispiele Geflüchteter in Ulm. Persönliche Erfahrungen und Lebenswege machten deutlich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement, Unterstützung und Offenheit für ein erfolgreiches Ankommen sind.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Saz und Geige, die für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgten. Bei levantinischen Spezialitäten nutzten die Gäste im Anschluss die Gelegenheit zum Austausch und zu persönlichen Gesprächen.

Pfarrerin Andrea Luiking, Geschäftsführerin des Hauses der Begegnung, sowie Lothar Klatt, Vorsitzender des Flüchtlingsrats Ulm/Alb-Donau-Kreis, dankten allen Ehrenamtlichen, Unterstützenden und Kooperationspartnern für ihr langjähriges Engagement.


Vorausschau

5. Ausgabe des Laptop-Projekts erfolgreich durchgeführt

Am 14.12.2025 fand bereits die fünfte Ausgabe des Laptop-Projekts statt, das gemeinsam vom Flüchtlingsrat Ulm und Menschlichkeit e. V. umgesetzt wird. In den Räumlichkeiten der Technischen Hochschule Ulm (THU)  konnten 40 Notebooks an Migrantinnen und Migranten ausgegeben werden.

Die Veranstaltung verlief in einer sehr positiven und wertschätzenden Atmosphäre. Besonders gefreut hat uns das Grußwort von Frau Bürgermeisterin Iris Mann, die die Bedeutung von digitaler Teilhabe, Bildung und Integration hervorhob.

Neben der erfolgreichen Ausgabe der Notebooks wurden weitere Bedarfe erfasst, um auch künftig möglichst vielen Migrantinnen und Migranten den Zugang zu digitalen Lern- und Arbeitsmöglichkeiten zu ermöglichen. Die fünfte Ausgabe des Laptop-Projekts zeigt erneut, wie wichtig dieses Engagement für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe ist.


Einladung zur Vielfaltswoche – Gemeinsam Vielfalt erleben

Start ist das Fest der Vielfalt am 12. Juli 17:00 im Stadthaus Ulm gemeinsam mit Oberbürgermeister Martin Ansbacher ( Weitere Programmpunkte folgen)


NEUE INTEGRATIONSKURSE

eine aktuelle Übersicht der laufenden und geplanten Integrationskurse in Ulm und dem Stadtgebiet Neu-Ulm



Jour fixe,  jeden ersten  Dienstag im Monat um 19:00 Uhr  

Radgasse 8, 89073 Ulm 

Zum Kennenlernen, diskutieren und Fragen beantworten


Asylcafé Ulm jeden Montag
von 16:00-18:30
im Haus der Begegnung,
Grüner Hof 7, 89073 Ulm

Begegnung und Rechtshilfe im Asylcafé.

Wir laden ein zur Begegnung und zum Kennenlernen. Das Asylcafé ist eine Plattform für gemeinsame Aktivitäten. Wir stehen in Alltagsfragen und beim Ausfüllen von Formularen zur Seite und versuchen bei rechtlichen Fragen zu unterstützen. Jeder ist willkommen!

Weitere Informationen siehe Projekte


NEU: Bewerbungs-Café Jeden Montag von 16:00-18:30 

im Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, 89073 Ulm 

Viele Flüchtlinge bzw. Menschen mit Migrationshintergrund, die eine Arbeitsstelle suchen, haben aus verschiedenen Gründen (sprachlich, soziokulturell, orthographisch etc.) Probleme mit der Erstellung von Bewerbungen und Lebensläufen.

Die sozialen Einrichtungen in Ulm und im Ulmer Umkreis sind – wie wir von diesen erfahren haben – personell völlig überfordert, bei der Erstellung dieser Dokumente zu helfen.

Eine Arbeitsstelle ist aber – neben der Sicherung des Lebensunterhaltes – eine der besten Möglichkeiten zur Integration, Spracherwerb, Durchbrechung von Isolation und kulturellem Austausch. Daher haben wir als Ehrenamtliche vom "Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donau-Kreis e.V." zusammen mit "Menschlichkeit Ulm e.V."
das Projekt Bewerbungs-Café initiiert, um Menschen der genannten Zielgruppen bei der Erstellung dieser Dokumente zu unterstützen.



WEITERE REGELMÄSSIGE SPRECHSTUNDEN FÜR GEFLÜCHTETE

in unserer Kontaktstelle Raum 029, Mähringer Weg 103

  • allgemeine Beratung
  • Unterstützung auf ihrem Weg zu einem existenzsichernden Arbeitsplatz
  • Unterstützung bei der Wohnungssuche

ÖFFNUNGSZEITEN

Kontaktstelle des Flüchtlingsrats, Raum 029 im Mähringer Weg 103

Mi: 16:30 - 18:30 Uhr


Auch wir als Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donaukreis e.V. sind dem Ulmer Bündnis "Gemeinsam für Demokratie und Vielfalt" beigetreten und unterstützen alle Aktivitäten gegen fremdenfeindliche und rassistische Parolen und Auftritte. Das Bündnis war Veranstalter der großen Demonstrationen mit jeweils 10.000 Teilnehmenden am 20. Januar 2024 und am 2. Februar 2025 - nach und gegen die Abschiebe- und Deportationsphantasien von Rechtsextremen und gegen das Zusammengehen von CDU, einem Großteil der FDP und des BSW mit der AFD bei einem Bundestagsbeschluss mit extrem migrantenfeindlichem Grundton



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