„Stopp Abschiebungen nach Afghanistan“: Nachlese der Kundgebung am 24.06.17

23.04.2017 20:42

Am 24.06.2017 rief ein breites Bündnis zu einer bayernweiten Demo gegen Arbeits- und Ausbildungsverbote und Abschiebungen auf!

Es reicht - mehrsprachig mit Titelseite.pdf (2685843)

Auch Gruppen aus Ulm unter Anderem der Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donau-Kreis und der Flüchtlingsrat Neu-Ulm haben sich an der Aktion beteiligt.

Hier einige Impessionen von der Kundgebung am südlichen Münsteplatz:

 

Historie

Am Freitag, 21.04.17 am späten Nachmittag fand in der Fußgängerzone in Ulm am südlichen Münsterplatz die erste Mahnwache gegen die aktuellen Abschiebungen nach Afghanistan statt.

 

Stimmen und Impressionen:

 

„Wir wollen, dass unser Land  ein Land der Zuflucht ist. Deshalb setzen wir ein Zeichen zivilgesellschaftlichen Engagements, um Abschiebungen nach Afghanistan zu stoppen“, sagte gestern Wolfgang Erler, Vorsitzender des Flüchtlingsrats Ulm/Alb-Donau bei der Mahnwache in der Hirschstraße. Mehr lesen

 

http://www.beobachternews.de/2017/04/27/europa-darf-keine-festung-werden-2

 

Lilian Freuding ist Studentin und mit Eva-Mara Glathe-Braun eine der Initiatoren der Initiative"„Stopp Abschiebungen nach Afghanistan“
mit ihrer Rede:

Hallo,
ich heiße Lilian Freuding und bin seit ein paar Jahren Studentin hier in Ulm, komme ursprünglich aber aus Bayern.
Dort habe ich vor einiger Zeit durch mein Umfeld erfahren, dass Abschiebungen nach Afghanistan stattfinden bzw. alles dafür in die Wege geleitet wird. Ich war entsetzt! Dabei kannte ich damals noch nicht einmal die Details, die ich heute kenne und die Lage war auch noch nicht so zugespitzt wie sie jetzt ist.
Es hat mich interessiert, ob es in Baden-Württemberg bzw. hier in Ulm genauso ist und ich muss ehrlich sagen, dass ich schon Hoffnung hatte, dass es hier natürlich sehr unterscheiden wird.
Diese Hoffnung musste ich sehr schnell aufgeben. Denn auch hier in Baden-Württemberg und in Ulm herrscht ein absolut absurdes, zynisches Vorgehen.
Vor allem ist es für mich so unverständlich.
Denn die Anzahl der abgeschobenen Menschen hat rein symbolische Wirkung. Gesellschaftlich hat es keinerlei Bedeutung, ob diese Leute in Deutschland leben oder nicht. Für die Betroffene aber hat es sehr wohl Bedeutung, und zwar existenzielle! Für sie geht nicht um eine Überschrift vor der nächsten Wahl, sondern um Leben und Tod!
Ich kann mir das Gefühl kaum vorstellen, dass jemand haben muss, der nach so einem langen Weg und all den Erlebnissen hier angekommen ist, sich einlassen will und nach und nach wieder Hoffnung schöpft, weil man ihm hier eine Perspektive bietet, um dann feststellen zu müssen, dass diese Perspektive gar keine Perspektive war! Seine ganze Hoffnung wird einfach so zerstört.
Abschiebungen helfen niemanden, sie schaffen Angst und zerstören so viel!
Aber nicht nur bei Afghanen, sondern auch bei so vielen Ehrenamtlichen und Helfern, die Zeit, Energie und Kraft investiert haben und in ihren „Schützlingen“ Freunde gefunden haben.
Die jetzt feststellen müssen, dass das alles plötzlich keinen Wert mehr hat und ihre Meinung keine Rolle mehr spielt. Man fühlt sich hilflos und hat wirklich Vertrauen verloren.
Für mich ist diese Abschiebepraxis einfach unmenschlich und unhaltbar!
Deshalb bin ich sehr froh, dass so viele heute gekommen sind und zeigen, dass auch sie nicht hinter dieser Praxis stehen können!
Dass wir gemeinsam ein Zeichen für ein friedliches und menschliches Zusammenleben setzten und uns dafür einsetzen, dass die Würde eines Menschen -auch eines afghanischen Menschen-unantastbar ist!
Danke.

 

 

Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema:

 

"Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt"
am 11. Mai, 18:30 Uhr in den Räumen der Volksbank Ulm Biberach in der Olgastraße, Ulm

 

Am 15. Mai um 19:30 Uhr kommt Jessica Tatti mit einem Vortrag
"Abschiebehaft in Baden-Württemberg - Flucht ist kein Verbrechen" in die VH Ulm.
Veranstalter ist die Rosa-Luxemburg Stiftung.

http://www.swp.de/metzingen/lokales/alb-neckar/ungebetene-rechte-gaeste-14652316.html

 

Am 13.05.2017 Demo vor dem Abschiebegefängnis Pforzheim

http://forumasylpforzheim.blogspot.de/